Fußverkehr-Checks

Gut zu Fuß – Fußgänger-Checks mit VIA

Endlich wird auch dem Fußverkehr bundesweit mehr Aufmerksamkeit im Hinblick auf seine Bedeutung, seine Verkehrssicherheit und seinen Beitrag zum Klimaschutz und zur Steigerung der Lebensqualität entgegengebracht! Bisher wurde der Fußverkehr in der Planung oftmals als „Sowieso-Verkehr“ vernachlässigt. Dabei ist Gehen die Basis jeglicher Mobilität. Und schließlich hat der Fußverkehr an den werktäglichen Wegen mit 22% so viel Anteil wie Fahrrad und ÖPNV zusammen!

So gilt auch für VIA in seinen Mobilitätsprojekten: Fußverkehr wird gleichberechtigt neben dem Rad- und motorisierten Verkehr berücksichtigt. Schon 2016 wurde im Rahmen der Integrierten Gesamtverkehrsplanung für den Kreis Euskirchen ein eigenständiger Band zur Nahmobilität erarbeitet, in dem der Förderung des Fußverkehrs ein hoher Stellenwert eingeräumt wurde. Das erste eigenständige Fußverkehrsprojekt startete VIA 2009, seitdem werden kontinuierlich Projekte mit Schwerpunkten auf Seniorenmobilität, Schulwegsicherung oder sicheren Wege zum ÖPNV fachlich begleitet.

Nochmals deutlich intensiviert wurde die Planung für den Fußverkehr durch die Fußverkehr-Checks NRW, die im Auftrag und in Koordination des Zukunftsnetz Mobilität NRW im Jahr 2019 angelaufen sind. Die Mitgliedskommunen des Zukunftsnetz können sich für die Durchführung von Fußverkehrs-Checks bewerben, zurzeit werden pro Jahr 12 Kommunen durch zwei Fachbüros begleitet.

Die Fußverkehrs-Checks NRW sind ein Beteiligungsformat, das vor allem Alltagsexperten vor Ort intensiv einbindet. So werden auf dem Auftakt-Workshop die Themenschwerpunkte und die zu begehenden Routen diskutiert und Optimierungsbedarf direkt aufgenommen. In jeder Fußverkehrs-Check-Kommune finden zwei Begehungen mit Gruppen von bis zu 25 Teilnehmenden statt. Sie können auf bestimmte Zielgruppen wie Grundschulkinder, Senior*innen und Mobilitätseingeschränkte fokussiert oder offen für alle interessierten Personen sein. Sie können in verschiedenen Stadtteilen und sogar in der Dunkelheit stattfinden. Im Anschluss daran stehen Maßnahmenempfehlungen, die in einem Abschluss-Workshop noch einmal mit allen Teilnehmenden diskutiert werden. Der Abschlussbericht für die Kommune dient dann als Grundlage zur politischen Beschlussfassung. Neben den Alltagsexpert*innen werden die Vertreter*innen von Verwaltung und Politik kontinuierlich eingebunden, so dass eine Sensibilisierung für die Themen der Fußverkehrsförderung auch hier verankert wird.

 

Eine Auswahl unserer Fußverkehrsprojekte:

  • 2021    Zukunftsnetz Mobilität NRW: Fußverkehrs-Checks 2021 in Brühl, Engelskirchen, Essen, Mettingen, Jülich, Siegen
  • 2020   Zukunftsnetz Mobilität NRW: Fußverkehrs-Check 2020 in
    Detmold, Düsseldorf, Kreuzau, Lüdenscheid, Pulheim, Remscheid
  • 2019   Zukunftsnetz Mobilität NRW: Fußverkehrs-Check 2019 in
    Bad Driburg, Bottrop, Herten, Lindlar, Overath
  • 2019    Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e.V.: Modellvorhaben „Schulwegsicherheit“, Schulwege-Checks in Emmendingen und Ostfildern
  • 2017   Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS):
    Mobilitätschecks im Kreis Euskirchen.
  • 2016   Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH: Sechs Mobilitätschecks mit
    Senioren zum Thema „Barrierefreier Weg zur ÖV-Haltestelle“ im
    Rahmen des EU-Forschungsprojektes SmartMove