16.12.2016

Stadtbus Gronau (Westfalen) - Relaunch und Neuanfang?

In der westmünsterländischen <link http: www.gronau.de external-link-new-window external link in new>Stadt Gronau im Kreis Borken (ca. 47.000 Einwohner), unmittelbar an der Grenze zum niederländischen Enschede, wird sehr viel Fahrrad und Auto gefahren. Der ÖPNV hingegen fristet ein Schattendasein, obwohl die Stadt kompakt, gut zu erschließen und attraktiver Einkaufs- und Gewerbemittelpunkt ist. Während in den letzten Jahren ein sehr attraktives Angebot im Schienenpersonennahverkehr entstanden ist und die Verknüpfungspunte zum Fernverkehr in Münster, Dortmund und Enschede (NL) mit attraktiven Stunden- und Halbstundentakten zu erreichen sind, ist der Stadtbusverkehr recht rudimentär ausgebaut und wird dementsprechend schwach genutzt. Derzeit bieten drei Buslinien in Festbedienung stündliche Verbindungen in der Gronauer Kernstadt an. Ergänzt werden sie durch zwei weitere Taxibuslinien, die ebenfalls stündlich verkehren sowie seit Mai 2016 durch einen neuen, monatlich erfolgreicher werdenden Bürgerbus. Die Nachfrage auf den Stadtbuslinien ist hingegen äußerst schwach, der ÖPNV ist durch lange Fahrzeiten und geringe Frequenz nicht konkurrenzfähig. Die Arbeitsgemeinschaft Planungsbüro VIA eG und Jürgen Wiethüchter Dienstleistungen, Frechen hat im Auftrag der Stadt Gronau (Westf.) eine kritische Bestandsaufnahme der Potenziale durchgeführt und Vergleiche zu anderen Stadtbusstädten hergestellt. Das Ergebnis ist, dass ein optimiertes Stadtbuskonzept mit dichten Takten, kompakten schleifenförmigen Linienwegen und gesicherten Bahnanschlüssen durchaus Fahrgäste auf den innerörtlichen ÖPNV bringen kann. Zudem ist es erforderlich, dass der ÖPNV im städtischen Bewusstsein verankert werden muss. Dies kann die Aufgabe eines „Stadtbus- und Mobilitätskümmerers“ sein, den es in dieser Form derzeit nicht gibt. Ziel ist es aus planerischer Sicht, den Bus als wichtigen Baustein im System der Nahmobilität anzusehen, der Zweit- oder Drittwagen durchaus ersetzen und so die Bürger von den hohen Mobilitätskosten entlasten kann. Ohne akzeptablen ÖPNV kann auch im Hinblick auf den demografischen Wandel und die klimapolitischen Herausforderungen die Attraktivität der Stadt als Wohn- und Gewerbestandort langfristig sinken, so dass hier schon bald gegengesteuert werden sollte. Die Planungsvorschläge befinden sich derzeit in der politischen Beratung. Es gilt, Basisinfos zu den Potenzialen des ÖPNV breit zu vermitteln. Der Blick auf die zahlreichen erfolgreichen Stadtbusstädte - wie zum Beispiel auf die nahe gelegene Stadt Bocholt – zeigen, dass der Stadtbus auch unter schwierigen Bedingungen einen gesicherten Platz im Mobilitätssystem einnehmen und Bestandteil des städtischen Dienstleistungsangebots werden kann. <link http: www.wn.de muensterland kreis-borken gronau external-link-new-window external link in new>Hier finden Sie weitere Infos

Fahrgäste sind beim Stadtbus Gronau heute noch selten. Mit einem attraktiven Angebot sollte der Abwärtstrend umgekehrt werden. (Foto: VIA eG)