Siedlungsstruktur und Verkehr
Die mehrdimensionale Fragestellung der Wechselwirkung von Siedlungsstruktur und Verkehr erfordert einen Methodenmix aus Analyse der Siedlungsstruktur und Befragungen zum Verkehrshandeln.
Hat die Siedlungsstruktur einen Einfluss auf das Verkehrshandeln der Bewohner? Diese Fragestellung wird in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen gestellt und unter unterschiedlichen Aspekten behandelt. Mittlerweile gilt es als gesichert, dass im Einkaufs-, Aus-bildungs- und Teilen des Freizeitverkehrs ein Einfluss der Siedlungsstruktur nachzuweisen ist. Bei anderen Verkehrszwecken sind soziodemographische und biographische Faktoren sowie Mobilitätsstile dominierend.
VIA hat im Forschungsfeld "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau" des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) in Kooperation mit Dr.-Ing. Christian Holz-Rau die Fragestellung "Werden die Vorzüge einer baulichen Mischung im Alltag genutzt?" bearbeitet. Viele grundlegende Ergebnisse konnten gewonnen werden, auf denen weitere Forschungsprogramme aufbauen und die Erkenntnisse vertiefen konnten.
Publikation: Schriftenreihe Werkstatt: Praxis, Nr. 7/1999, Nutzungsmischung und Stadt der kurzen Wege – Werden die Vorzüge einer baulichen Mischung im Alltag genutzt? Bezug: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Deichmanns Aue 31 – 37, 53179 Bonn, Tel. 01888 – 401-2209, Fax 01888 – 401-2292
Die Verkehrsmittelwahl im ländlichen Raum ist stark von der Pkw-Nutzung dominiert. Diese verbreitete Meinung lässt die siedlungsstrukturellen Unterschiede innerhalb des ländlichen Raumes außer Acht. Dass eine kleinräumige Betrachtung ganz andere Ergebnisse bringt und eine Förderung der Nahmobilität auch im ländlichen Raum Sinn machen kann, wurde im Rahmen der Bearbeitung der Integrierten Gesamtverkehrsplanung für den Kreis Euskirchen nachgewiesen.


